Litauen 2008


 

 

Wie jedes Jahr ging es für zwölf Tage im Rahmen des Litauenaustauschs nach Schilute, einen kleines Städtchen im sogenannten baltischen Schnapsgürtel.

Der erste Halt führte uns bereits auf der Hinreise zum „Berg der Kreuze“. Ein Pilgerort für die Katholiken, aber auch gleichzeitig ein Symbol des Widerstands gegen die damalige sowjetische Besetzung, die diesen Ort mehrere Male zerstörten. Es war beeindruckend wie viele Kreuze dort waren.

Bei der Ankunft in Schilute wurde jeder von seinen Austauschpartner freudig empfangen. Obwohl es andere Lebensumstände  in Litauen gibt, merkten wir schnell welche überaus große Gastfreundschaft die litauischen Familien uns entgegen brachten, welche nicht in jedem Land in diesem Maß üblich ist. 

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in Schilute selbst, um beispielsweise die Schule zu erforschen, mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren und an dem Projekt „Flügel“ (litauisch: Sparnai) zu arbeiten. Bei dem Projekt wurde in unterschiedlichen Arbeitsgruppen, z.B. Musik, Journalismus, Handarbeit, etwas zu diesen Thema vorbereitet.

An den folgenden Tag stand eine Exkursion nach Rusne  und Vente an. Rusne ist eine Insel nicht weit von Schilute entfernt und ein idyllischer Ort mit viel Natur, wie man es übrigens fast überall in Litauen findet. In Vente erwartete uns eine Vogelwarte und ein wunderschöner Blick auf das kurische Haff.

Der Ausflug nach Kaunas und Trakai sollte in der Hauptstadt Litauens, das wunderschöne Vilnius, enden. In Kaunus besuchten wir einen Flughafen. Die Führung war zwar interessant, doch auch etwas zu lang. Der Halt in Trakai dagegen ließ einen wunderbaren Blick auf eine Wasserburg zu, welche auch rundherum viele Aktivitäten zu bieten hatte. Manche von uns nutzten die Zeit zum Tretbootfahren oder zum Relaxen am Wasser, aber auch die Besichtigung der Burg, die manche von uns unternahmen, war sehr lehrreich und interessant. Die Ankunft in Vilnius war jedoch das Beste an diesen Tag. Nach dem Einchecken im Hotel konnten wir nun in den Abendstunden diese wunderbare und einzigartige Stadt allein erkunden. 

Am nächsten Tag wurde uns bei einer Stadtführung durch die Altstadt die Geschichte und die Kultur Vilnius, und damit auch Litauens, nahe gebracht. Darauf folgend besuchten wir noch den Domkeller. Den Nachmittag verbrachten viele in der Einkaufsstraße und nutzen die Zeit zum Shoppen oder zum Essen. Der krönende Abschluss dieses Tages war der unglaublich schöne Blick vom Fernsehturm. Dieser ließ einen traumhaften Ausblick auf die gesamte Stadt zu, welcher durch die viele Natur in dieser Großstadt beeindruckte.

Samstag ging es dann nach Palanga, ein Touristenort an der Ostsee. Zuerst gab es eine Führung durch den Botanischen Garten der Grafenfamilie Tyszkiewicz mit anschließender Besichtigung des Bernsteinmuseums, welches in den ehemaligen Palast der Familie zu finden ist. In den freien Stunden nutzten viele die Gelegenheit sich am Ostseestand zu sonnen oder die Standpromenade längst zu bummeln. Am Abend wurde uns die Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss in Klaipeda präsentiert. Die Meinungen über die Vorstellung gingen jedoch weit auseinander.

Der Familientag wurde von jedem unterschiedlich genutzt, doch viele fuhren nach Klaipeda oder Palanga an die Ostsee zum Baden. 

Die Fahrt am nächsten Tag nach Nida führte uns gezwungener Maßen erst einmal mit dem Schiff über die kurische Nährung und das kurische Haff. Jedoch war die Schifffahrt trotz des Seegangs lohnenswert, da die Insel Nida viel zu bieten hatte. Beispielsweise war das Thomas Mann Haus, das sogenannte Blaue Haus, sehr interessant, aber auch die fantastischen Dünen und der Stand bedeuteten Spaß.

Die letzten Tage verbrachten wir in Schilute. Zum einen um das Projekt weiter fortzuführen und dieses auch in einer Projektvorstellung zu präsentieren, aber auch um einen Kulturabend zu genießen. Bei diesen Abend wurden uns die Gebräuche der litauischen Kultur, Tänze und die Folkloremusik vorgestellt, wo wir selbst mit eingebunden wurden.

Der Abschlussabend war getrübt durch die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag unsere Austauschschüler, die in den meisten Fällen zu neuen Freunden wurden, verlassen mussten, um die Heimreise anzutreten.

Der Austausch war für jeden von uns eine wertvolle Erfahrung, die man nicht mehr missen möchte. Das Zusammenleben in den Gastfamilien und das Kennenlernen der osteuropäischen Kultur zeigte uns ein unbekanntes Europa, wie man es hier nicht kennt.