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Wie jedes Jahr ging es für zwölf
Tage im Rahmen des Litauenaustauschs nach Schilute, einen kleines Städtchen
im sogenannten baltischen Schnapsgürtel.
Der erste Halt führte uns bereits auf
der Hinreise zum „Berg der Kreuze“. Ein Pilgerort für die Katholiken,
aber auch gleichzeitig ein Symbol des Widerstands gegen die damalige
sowjetische Besetzung, die diesen Ort mehrere Male zerstörten. Es war
beeindruckend wie viele Kreuze dort waren.
Bei der Ankunft in Schilute wurde
jeder von seinen Austauschpartner freudig empfangen. Obwohl es andere
Lebensumstände in Litauen
gibt, merkten wir schnell welche überaus große Gastfreundschaft die
litauischen Familien uns entgegen brachten, welche nicht in jedem Land in
diesem Maß üblich ist.
Die nächsten zwei Tage verbrachten
wir in Schilute selbst, um beispielsweise die Schule zu erforschen, mehr
über die Geschichte der Stadt zu erfahren und an dem Projekt „Flügel“
(litauisch: Sparnai) zu arbeiten. Bei dem Projekt wurde in
unterschiedlichen Arbeitsgruppen, z.B. Musik, Journalismus, Handarbeit,
etwas zu diesen Thema vorbereitet.
An den folgenden Tag stand eine
Exkursion nach Rusne und Vente
an. Rusne ist eine Insel nicht weit von Schilute entfernt und ein
idyllischer Ort mit viel Natur, wie man es übrigens fast überall in
Litauen findet. In Vente erwartete uns eine Vogelwarte und ein wunderschöner
Blick auf das kurische Haff.
Der Ausflug nach Kaunas und Trakai
sollte in der Hauptstadt Litauens, das wunderschöne Vilnius, enden. In
Kaunus besuchten wir einen Flughafen. Die Führung war zwar interessant,
doch auch etwas zu lang. Der Halt in Trakai dagegen ließ einen
wunderbaren Blick auf eine Wasserburg zu, welche auch rundherum viele
Aktivitäten zu bieten hatte. Manche von uns nutzten die Zeit zum
Tretbootfahren oder zum Relaxen am Wasser, aber auch die Besichtigung der
Burg, die manche von uns unternahmen, war sehr lehrreich und interessant.
Die Ankunft in Vilnius war jedoch das Beste an diesen Tag. Nach dem
Einchecken im Hotel konnten wir nun in den Abendstunden diese wunderbare
und einzigartige Stadt allein erkunden.
Am nächsten Tag wurde uns bei einer
Stadtführung durch die Altstadt die Geschichte und die Kultur Vilnius,
und damit auch Litauens, nahe gebracht. Darauf folgend besuchten wir noch
den Domkeller. Den Nachmittag verbrachten viele in der Einkaufsstraße und
nutzen die Zeit zum Shoppen oder zum Essen. Der krönende Abschluss dieses
Tages war der unglaublich schöne Blick vom Fernsehturm. Dieser ließ
einen traumhaften Ausblick auf die gesamte Stadt zu, welcher durch die
viele Natur in dieser Großstadt beeindruckte.
Samstag ging es dann nach Palanga, ein
Touristenort an der Ostsee. Zuerst gab es eine Führung durch den
Botanischen Garten der Grafenfamilie Tyszkiewicz mit anschließender
Besichtigung des Bernsteinmuseums, welches in den ehemaligen Palast der
Familie zu finden ist. In den freien Stunden nutzten viele die Gelegenheit
sich am Ostseestand zu sonnen oder die Standpromenade längst zu bummeln.
Am Abend wurde uns die Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss in
Klaipeda präsentiert. Die Meinungen über die Vorstellung gingen jedoch
weit auseinander.
Der Familientag wurde von jedem
unterschiedlich genutzt, doch viele fuhren nach Klaipeda oder Palanga an
die Ostsee zum Baden.
Die Fahrt am nächsten Tag nach Nida führte
uns gezwungener Maßen erst einmal mit dem Schiff über die kurische Nährung
und das kurische Haff. Jedoch war die Schifffahrt trotz des Seegangs
lohnenswert, da die Insel Nida viel zu bieten hatte. Beispielsweise war
das Thomas Mann Haus, das sogenannte Blaue Haus, sehr interessant, aber
auch die fantastischen Dünen und der Stand bedeuteten Spaß.
Die letzten Tage verbrachten wir in
Schilute. Zum einen um das Projekt weiter fortzuführen und dieses auch in
einer Projektvorstellung zu präsentieren, aber auch um einen Kulturabend
zu genießen. Bei diesen Abend wurden uns die Gebräuche der litauischen
Kultur, Tänze und die Folkloremusik vorgestellt, wo wir selbst mit
eingebunden wurden.
Der Abschlussabend war getrübt durch
die Gewissheit, dass wir am nächsten Tag unsere Austauschschüler, die in
den meisten Fällen zu neuen Freunden wurden, verlassen mussten, um die
Heimreise anzutreten.
Der Austausch war für jeden von uns
eine wertvolle Erfahrung, die man nicht mehr missen möchte. Das
Zusammenleben in den Gastfamilien und das Kennenlernen der osteuropäischen
Kultur zeigte uns ein unbekanntes Europa, wie man es hier nicht kennt.







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